19-03-2026 ATC-Kolumne: Es ist eine besondere Zeit
Es ist eine besondere Zeit, wenn man auf all die Entwicklungen innerhalb und auĂźerhalb des Agrarsektors blickt.
Als ich im Jahr 2024 gebeten wurde, der ATC beizutreten und im Sommer jener Zeit meine Teilnahme begann, hätte niemand ahnen können, wie die Lage im Frühjahr 2026 aussehen würde. Wo stehen wir als Agrarsektor? Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich manchmal, ob es „überhaupt noch Platz für sie gibt“. Und irgendwo ist dieses Gefühl nachvollziehbar – auch wenn ein positiver Blick nach vorn einen immer weiterbringt.
Doch dass die Herausforderungen derzeit enorm sind, ist mittlerweile keine Überraschung mehr. Wir sehen unterschiedlichste Entwicklungen auf uns zukommen, die sowohl die Risiken als auch die Erträge in den verschiedenen Kulturen deutlich unter Druck setzen können. Und wenn wir uns die Preisentwicklungen ansehen, muss ich Ihnen nicht erklären, dass dies ein schwieriges Jahr werden dürfte.
Auch die gesellschaftliche Diskussion über unseren Sektor trägt nicht immer zu einem positiven Bild bei. Kürzlich gab es dazu wieder ein bezeichnendes Beispiel: Über 300.000 Unternehmen wurden im Rahmen eines WOO‑Antrags aufgefordert, zahlreiche Daten offenzulegen – darunter auch private Informationen. Interessant ist dabei, dass Teile der Gesellschaft sich fragen: „Was ist denn das Problem? Der Agrarsektor hat doch nichts zu verbergen?“
Aber wenn man dieselben Menschen fragt, was sie davon halten, dass durch einen Hackerangriff sämtliche Daten von Tausenden Kunden eines Anbieters wie Odido veröffentlicht wurden, ist das auf einmal ein Skandal und ein klarer Verstoß gegen die Privatsphäre. Verstehen Sie es noch?
Hinzu kommt, dass es zunehmend herausfordernd wird, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu liefern, das gleichzeitig wirtschaftlich ist. Die meisten Verbraucher sind lange, knusprige, perfekt aussehende Pommes frites gewohnt – ohne schwarzen Punkt oder grüne Stelle. Aber schmecken diese perfekten Pommes tatsächlich besser? Ich bezweifle es.
Für uns als Erzeuger gestaltet sich die Produktion solcher „perfekten“ Fritten zunehmend schwieriger – angesichts strenger werdender Anbauvorgaben, wegfallender Mittel, die es schwieriger machen, das Gewas gesund zu halten, sowie der zusätzlichen Risiken durch wechselnde Witterungsbedingungen.
Dennoch blicke ich positiv in die Zukunft. Der niederländische Agrarsektor genießt eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung und ist nach wie vor eine bedeutende wirtschaftliche Säule – das dürfen wir nicht vergessen!
Die aktuellen Marktpreise sind zwar alarmierend niedrig, aber „der Wind wird sich wieder drehen“, da bin ich sicher. Ich wünsche Ihnen ein gutes, wachstumsreiches Jahr – bleiben Sie positiv!
Brenda Timmerman-Pals, ATC-Mitglied Anbaugebiet: Nord-Niederlande