19-03-2026 Im Gespräch mit Jan Pieter Rijpma
In der Pflanzgutkette kommen Qualität, Planung, Verfügbarkeit und Logistik täglich zusammen. Seit dem vergangenen Sommer ist Jan Pieter Rijpma bei Aviko als Manager Seed Potatoes für diese Schnittstelle verantwortlich und koordiniert die Pflanzgutversorgung in Nordwesteuropa.
Wir haben mit ihm ĂĽber seine erste Zeit in dieser Rolle, die Entwicklungen im Markt und seine Sicht auf die Zukunft der Kette gesprochen.
Vom Area Manager zum Manager Seed Potatoes
Auch wenn Jan Pieter Rijpma offiziell erst vor drei Jahren bei Aviko begonnen hat, reicht seine Verbindung zum Unternehmen weiter zurück: „Eigentlich begann meine Laufbahn hier schon vor 21 Jahren – während meines Praktikums bei Korteweg BV, dem Vorgänger von Aviko Agro“, erzählt er.
Nach einigen Jahren als Area Manager für Frankreich und Belgien wechselte er in seine heutige Funktion. Der Übergang verlief reibungslos: „Es hilft, dass ich die Organisation als Area Manager bereits gut kennengelernt habe. Die Inhalte meiner Funktion haben sich verändert, aber ich arbeite weiterhin mit vielen der gleichen Kolleginnen und Kollegen in einer bestehenden Struktur. Man kann von einer weichen Landung sprechen.“
Gleichzeitig bemerkt er ein verändertes Sentiment in der Branche: „Die relativ guten Jahre in der Ackerbauwelt sind in kurzer Zeit einer deutlich zurückhaltenderen Stimmung gewichen.“
Angebot und Nachfrage in Balance bringen
Der Kern seiner Arbeit besteht darin, Angebot und Nachfrage optimal aufeinander abzustimmen: „Kurz gesagt dreht sich meine Rolle um das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage: von der Beziehungspflege und dem Einkauf bei den Pflanzguthandelshäusern bis hin dazu, sicherzustellen, dass unser Pflanzgutbedarf zur Nachfrage im Konsumbereich passt und das richtige Pflanzgut zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt.“
Dabei ist die Logistik eine tägliche Herausforderung: „Eine der größten Herausforderungen ist die Kombination aus logistischer Komplexität und guter Informationsversorgung. Wir möchten alle Beteiligten – vom Außendienst bis hin zu den Erzeugern – so vollständig und präzise wie möglich informieren.“
Neben dem operativen Geschäft richtet er seinen Blick auch auf die Zukunft: „Eine zentrale Herausforderung besteht in der langfristigen Sicherung der Pflanzgutverfügbarkeit der von Aviko benötigten Sorten sowie im Beitrag zur Sortenentwicklung und zum Wissensaustausch.“
Eine praxisnahe und engagierte Arbeitsweise
In seiner Rolle bildet Jan Pieter Rijpma eine wichtige Verbindung zwischen Pflanzguthandelshäusern, Einkäufern und Erzeugern. Zu seinem Arbeitsstil sagt er: „Das können meine Kolleginnen und Kollegen wahrscheinlich besser beurteilen, aber ich versuche, praxisnah, vorausschauend und dienstleistungsorientiert zu arbeiten.“
PflanzgutverfĂĽgbarkeit im Jahr 2026
Bis auf einige Sorten ist Pflanzgut in diesem Jahr überwiegend gut verfügbar. Jan Pieter Rijpma hofft und erwartet, dass die Anzahl der Sorten- und Größenumstellungen gering bleibt. „Aber wir arbeiten nun einmal mit einem Naturprodukt und einem dynamischen Markt – Änderungen wird es deshalb immer geben.“
Chancen in der Kette
Laut Jan Pieter Rijpma steckt in der gesamten Pflanzgutkette noch viel Verbesserungspotenzial:
„Vor allem im Bereich der Planung gibt es noch große Möglichkeiten.“
Auch die Digitalisierung wird seiner Einschätzung nach zunehmend wichtiger: „Ich sehe definitiv Chancen in einer weiter automatisierten Datenübermittlung zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette, um die Menge an Administration und Transaktionen zu reduzieren.“
Zudem bleibe die genetische Weiterentwicklung von Sorten essenziell: „Es gibt weiterhin erhebliches Verbesserungspotenzial bei den – seit vielen Jahren angekündigten – Kartoffelsorten mit besseren Resistenzen, höheren Erträgen und geringerem Inputbedarf.“
Eine klare Richtung fĂĽr die kommenden Jahre
Seine Prioritäten für die kommenden Jahre sind eindeutig: „Eine stabile und verlässliche Pflanzgutversorgung für Aviko und seine Erzeuger – zu einem wettbewerbsfähigen Preis und mit Sorten, die den Anforderungen unserer Werke entsprechen.“
Wie sieht die perfekte Pflanzkartoffel aus? Jan Pieter Rijpma beschreibt sie kurz und treffend: „Ein Langschläfer, voller Lebenslust und mit ausreichend Nachkommen.“
Verbindung in der Kette
Was inspiriert ihn am meisten in seiner Arbeit? „Die Verbindung zwischen Erzeuger und Verbraucher. Das Schöne an unserer Arbeit bei Aviko ist, dass wir wortwörtlich die Brücke schlagen zwischen der Landwirtschaft – auf die ich stolz bin – und dem Verbraucher, der das Ergebnis genießt: ein leckeres Frietje, das ich selbst auch sehr liebe.“