17-06-2026 Im Gespräch mit Erik Arendholz

Erik Arendholz (28) arbeitet seit dem vergangenen Jahr bei Aviko als Kartoffeleinkäufer für den Aviko-Produktionsstandort Stavenhagen in Deutschland. Aus der Region Prignitz hält er täglich Kontakt zu den Erzeugern und sorgt dafür, dass die Fabrik kontinuierlich mit Kartoffeln versorgt wird.

Vom landwirtschaftlichen Hintergrund zum Kartoffeleinkauf

Erik hat einen Hintergrund im landwirtschaftlichen Bereich. Während und nach seinem Studium der Agrarwissenschaften arbeitete er auf verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben, sowohl in seiner Heimatregion als auch in Lettland. „Kartoffeln spielten dabei bereits eine große Rolle in meiner Arbeit, vom Pflanzen bis zur Ernte.“

In seiner aktuellen Rolle ist er für den Einkauf von Kartoffeln sowie die Pflege der Beziehungen zu den Erzeugern verantwortlich. „Ich besuche die Landwirte auf ihren Betrieben und kümmere mich außerdem um die wöchentliche Planung der Lieferungen. Alles, damit die Fabrik immer mit ausreichend und guten Kartoffeln versorgt wird.“

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Der Standort Stavenhagen konzentriert sich vollständig auf die Produktion von Kartoffelflocken, darunter „TroKa“ (getrocknete Kartoffeln) für Kartoffelknödel. Die Kartoffeln stammen aus einem großen Anbaugebiet, das sich von der Region um Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) bis in den Nordosten Niedersachsens und in die Region Celle/Wolfsburg erstreckt. „Dieses Gebiet ist ungefähr so groß wie die Niederlande“, erklärt Erik.

Täglich stimmt er sich mit dem Leiter der Kartoffelannahme in Stavenhagen ab. „Wir  halten uns kontinuierlich darüber auf dem Laufenden, was in der Produktion passiert. So können wir die Kartoffelanlieferung gut abstimmen und schnell auf Veränderungen reagieren.“ Darüber hinaus arbeitet er eng mit den Logistik- und Finanzabteilungen in Dronten zusammen sowie mit seinen Kollegen im Außendienst und den Agronomen.

Guter Start in die Saison

Die aktuelle Saison ist insgesamt gut gestartet. „In einigen Regionen dauerte die Pflanzsaison etwas länger als üblich. In Mecklenburg-Vorpommern wurden stellenweise sogar in der zweiten Maihälfte noch Kartoffeln gepflanzt. Allerdings hatten die frühen Bestände aufgrund der niedrigeren Temperaturen keinen großen Vorsprung“, sagt Erik. „In Niedersachsen sind die Kartoffeln deutlich weiter entwickelt, auch dank der Regenfälle und höheren Temperaturen im Mai.“

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Bestände weniger gestresst, auch wenn dies je nach Region variiert. „Während im vergangenen Jahr bereits Ende Mai intensiv bewässert werden musste, war dies in diesem Jahr weniger notwendig. Lokal mussten die Erzeuger jedoch eingreifen, um ein Austrocknen der Dämme zu verhindern.“

Qualität im Mittelpunkt

Auffällig ist, dass die Erzeuger in diesem Jahr verstärkt auf Qualität setzen. „Das höre ich deutlich in den Gesprächen, und das ist ein positives Signal“, so Erik. „Gerade nach einer Saison, in der es viele Probleme mit Mängeln und teilweise niedrigen Stärkegehalten gab.“

Gleichzeitig bleibt der Markt herausfordernd. „Mengen und Preise stehen unter Druck, und die Erzeuger haben mit immer längeren Trockenperioden, strengeren Vorschriften sowie neuen Krankheiten und Schädlingen zu kämpfen.“ Dennoch sieht Erik auch positive Entwicklungen: „Es wird in Lagerung und innovative Lösungen wie Tröpfchenbewässerung investiert. Das gibt Vertrauen für die Zukunft.“

Aufmerksamkeit für Pflanzengesundheit und Düngung

Für die kommende Zeit sieht Erik vor allem Handlungsbedarf im Bereich Pflanzengesundheit, und Düngung. „Der Krankheitsdruck ist hoch, insbesondere durch Phytophthora und auch Alternaria. Es ist wichtiger denn je, den richtigen Zeitpunkt für Maßnahmen genau zu steuern.“

Zudem weist er auf die Bedeutung einer guten Nährstoffbalance hin. „Durch starke Niederschläge kann es zu Auswaschungen gekommen sein, besonders auf leichteren Böden. Gleichzeitig muss man bei der Düngung darauf achten, die Abreife nicht zu verzögern.“

Ausblick

Wie sich der Rest der Saison entwickeln wird, ist schwer vorherzusagen. „Es gibt zu viele Einflussfaktoren. Wir müssen die Situation Schritt für Schritt betrachten“, sagt Erik. „Ich hoffe vor allem, dass 2026 für unsere Erzeuger ein gutes Erntejahr wird.“

Selbst schöpft er viel Energie aus der jetzigen Zeit. „Es ist schön zu sehen, wie die Bestände wachsen. Und mit den langen Tagen ist die Arbeit im Feld angenehm. Das macht dies zu einer wirklich schönen Zeit im Jahr.“